
Die Feldenkrais-Methode bildet eine einzigartige Schnittstelle zwischen Gehirn und Körper. Sie macht sich die natürliche Lernfähigkeit des Gehirns (Neuroplastizität) zunutze – die lebenslange Möglichkeit, Bewegungen, Haltungen und Gewohnheiten zu verändern. Unser Alltag ist voller Bewegung: beim Sitzen, Stehen, Gehen, Arbeiten oder Ruhen. Diese unbewussten, alltäglichen Bewegungsmuster haben einen viel größeren Einfluss auf unser Wohlbefinden als die vergleichsweise kurze Zeit, die wir mit Sport verbringen.
Das Ziel von Feldenkrais ist es, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu reduzieren oder sogar ganz zu beseitigen. Indem wir uns bewusst machen, wie wir uns im Alltag bewegen, eröffnen sich neue, leichtere und gesündere Möglichkeiten, dieselben Handlungen auszuführen. Durch das regelmäßige Üben verankern sich diese neuen Bewegungsvariationen. Sie führen zu effizienteren, ökonomischeren Bewegungen mit weniger Spannung – und damit zu mehr Leichtigkeit und Wohlbefinden im täglichen Leben.
Feldenkrais ist daher keine Therapie im klassischen Sinne, sondern eine Lernmethode: Sie hilft, den eigenen Körper besser kennenzulernen, eingefahrene Muster zu verändern und Bewegungen nachhaltig zu verbessern. Das Ergebnis ist mehr Freiheit, Leichtigkeit und Wohlbefinden im täglichen Leben.
FELDENKRAIS – OFFEN FÜR ALLE
Die Feldenkrais-Methode ist für Menschen jeden Alters und Fitnessniveaus geeignet – für alle, die neugierig auf ihre eigenen
Bewegungsmuster sind und Lust haben, neue Wege zu entdecken.
Probiere Feldenkrais aus, wenn einer der folgenden Punkte auf dich zutrifft:
• Du hast Schmerzen oder Verspannungen
• Du erlebst Bewegungseinschränkungen – sei es altersbedingt oder nach einem Unfall.
• Du fühlst dich steif und möchtest wieder mehr Beweglichkeit gewinnen
• Du bist Musikerin oder Schauspielerin und möchtest deine Ausdruckskraft und Bühnenpräsenz verfeinern
Feldenkrais bietet für jede Lebenssituation die Möglichkeit, Bewegungen leichter, bewusster und freier zu gestalten.
Feldenkrais im Vergleich zu Physiotherapie und Sport
Ein wesentlicher Unterschied zur klassischen Physiotherapie oder zum Fitnesstraining liegt im Verständnis des Körpers. Während dort häufig die Problemzonen direkt im Fokus stehen, betrachtet die Feldenkrais-Methode den Körper als Ganzes: Alles arbeitet zusammen, jede Bewegung hängt mit anderen zusammen. Dadurch kann Feldenkrais eine wertvolle Ergänzung zu Physiotherapie oder Training sein.
Feldenkrais hat nicht das Ziel, Leistung, Kraft oder Ausdauer zu steigern. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf der Qualität der Bewegung.
• Bewegungen werden leichter, flüssiger und effizienter.
• Die Beweglichkeit verbessert sich, die Verletzungsgefahr sinkt.
• In den Lektionen bewegt man sich bewusst und achtsam – ohne ins Schwitzen zu kommen.
Die Grenzen von Feldenkrais
So vielseitig die Methode ist – es gibt Grenzen.
Feldenkrais ersetzt keine medizinische Behandlung bei:
• akuten Verletzungen wie Knochenbrüchen oder Bänderrissen.
• akuten Entzündungsschmerzen.
• starken emotionalen Schmerzen. Feldenkrais versteht sich als Lernmethode, die Körperbewusstsein und Bewegungsfreiheit fördert – und so einen nachhaltigen Beitrag zum Wohlbefinden leisten kann.
Feldenkrais und ihre Gesundheitsfürsorge
Feldenkrais ist keine Therapie im klassischen Sinne und gibt daher keine Heilversprechen. Somit wird es von den Krankenkassen auch nicht anerkannt. Es kann jedoch eine wertvolle Ergänzung zu herkömmlichen Therapieformen sein und positive Auswirkungen auf die physische und mentale Gesundheit haben.
Bewegung bewusst wahrnehmen – ohne Nachmachen
Bei Feldenkrais steht das eigene Wahrnehmen und Erforschen der Bewegung im Vordergrund. Der Feldenkraislehrer beschreibt die Bewegungsabläufe strukturiert ohne sie vorzumachen. Die die Teilnehmer können sich dadurch besser auf ihr individuelles Bewegungsempfinden konzentrieren und müssen sich nicht auf Gezeigtes fokussieren. Die Methode lässt sich auch gut über Video oder Audioanleitungen von zu Hause praktizieren – entscheidend ist das Hineinspüren in die Bewegung, nicht das exakte Nachmachen.
Wer war Moshé Feldenkrais?
Moshé Feldenkrais entwickelte seine Methode aus einer chronischen Knieverletzung heraus. Er verband dabei sein Wissen aus Physik, Biomechanik, Neurologie, Lerntheorie und Psychologie mit der menschlichen Bewegung. Das Ergebnis ist eine einzigartige Synthese aus Wissenschaft und Ästhetik. Viele seiner Erkenntnisse sind mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt.

